VDV Kolloquium für Signal- und Zugsicherungstechnik für Bahnen nach BOStrab/EBO/BOA
Im Kern bedeutet IT-KRITIS in der Zugsicherung, dass Betreiber verpflichtet sind, höchste Standards der Cybersecurity umzusetzen und sicherzustellen. Dazu gehören technische Schutzmaßnahmen wie Firewalls und Intrusion Detection Systeme, organisatorische Vorgaben wie Notfallpläne und regelmäßige Audits sowie die Pflicht zur Meldung von Sicherheitsvorfällen an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Verantwortung reicht über das einzelne Unternehmen hinaus: Jeder Angriff auf die Zugsicherung kann nachhaltige Versorgungsengpässe und erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit verursachen.
Parallel dazu hat die Europäische Union mit dem Cyber Resilience Act (CRA) einen neuen Rechtsrahmen geschaffen. Seit 2024 gilt diese Verordnung für alle Produkte und ist damit verpflichtend für Hersteller und Betreiber mit digitalen Komponenten – von Software über IoT-Geräte für einfache Signalanlagen bis zur komplexen Stellwerkstechnik.
Für die Industrie bedeutet das: Jede Komponente der Zugsicherung, die digitale Schnittstellen besitzt, muss künftig nachweislich sicher entwickelt, betrieben und aktualisiert werden. Hersteller und Betreiber sind verpflichtet, Sicherheitsupdates über den gesamten Lebenszyklus bereitzustellen, Vorfälle zu melden und „Security by Design“ sowie „Security by Default“ umzusetzen.
In der Zugsicherungs- und Signaltechnik verschmelzen diese Gesetze und Vorgaben zu einem neuen Paradigma: Sicherheit ist nicht länger nur eine technische Frage, sondern eine regulatorische Pflicht und gesellschaftliche Verantwortung. Die Verkehrswende, getragen vom ÖPNV, ruht auf einem Fundament aus digitaler Resilienz – und der Cyber Resilience Act ist der europäische Architekt für dieses.
Das VDV-ZST-Kolloquium wird im Jahr 2026 drei zentrale Themenbereiche behandeln: Im ersten Teil stehen die Anforderungen an IT-Sicherheit und Kritische Infrastrukturen in der Zugsicherungs- und Signaltechnik im Mittelpunkt. Mehrere Fachvorträge geben hierzu Einblicke in die Erfahrungen von Verkehrsunternehmen und der Industrie. Im zweiten Teil richtet sich der Fokus auf das Thema „Strom“ als elementaren Bestandteil der kritischen Infrastruktur, insbesondere als grundlegende Voraussetzung für die Signal- und Zugsicherungstechnik. Der dritte Teil der Veranstaltung behandelt schließlich operative Fragen und beleuchtet dabei die Themen Standardisierung von Schnittstellen sowie die sicherheitskritische Prüfung von Weichenantrieben.
Das ZST-Kolloquium stellt die zentrale Branchenplattform für die Zugsicherungsbereiche im ÖPNV sowie für die im VDV organisierten Eisenbahnverkehrsunternehmen dar. Die Veranstaltung bietet ein offenes Zusammenkommen sowohl für Fachkräfte mit einschlägiger praktischer Erfahrung oder vertieftem Fachwissen als auch für Personen, die gezielt nach diesem Wissen suchen. Einen weiteren wesentlichen Schwerpunkt bildet der themenspezifische, fachliche Austausch sowie das Networking im Rahmen der Gesprächsmöglichkeiten zwischen den Vortragsblöcken.
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VDV Kolloquium für Signal- und Zugsicherungstechnik für Bahnen nach BOStrab/EBO/BOA
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