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Neuerscheinung

VDV-Mitteilung 4020

Der ÖPNV ist Rückgrat der Mobilitätswende und trägt wesentlich zur Reduzierung des CO2 Ausstoßes und somit zur Bekämpfung des Klimawandels bei. Der Einsatz von batteriebetriebenen e-Bussen wird somit bei den Verkehrsunternehmen zum Regelfall. Diese stehen somit vor der großen Herausforderung, ihren jahrzehntelang etablierten Omnibusverkehr von Diesel auf Elektroantrieb umzustellen.
E-Busse haben neben den ökologischen Vorteilen derzeit batteriespezifische betriebliche Einschränkungen. Konnten bisher Omnibusse mit Dieselantrieb Umlauflängen von 300-400 km problemlos bewältigen, bieten Batterie-Busse wesentlich geringere Reichweiten. Weiterhin können Diesel-Busse in kurzer Zeit vollgetankt werden, die „elektrische Betankung“ dauert jedoch wesentlich länger. Je nach Betriebsart und Beschaffenheit des e-Busses müssen diese während der Fahrt nachgeladen werden. Das bedeutet, dass Umläufe müssen den Fahrzeugen angepasst und weitaus kürzer und exakter geplant werden. Reichten bisher für die Planung Netz-topographie und Fahrpläne aus, spielen künftig weitere Faktoren eine entscheidende Rolle.
Auch im Störungsfall sind e-Busse besonders zu berücksichtigen, um Fahrzeug-Havarien mit leeren Batterien zu vermeiden.
Die Betriebssteuerung von e-Bussen ist somit eine neue Herausforderung für die Verkehrsunternehmen und deren itcs, Leitstellen sowie Betriebshof-Management Systemen (BMS).
Der Unterausschuss itcs des Fachausschusses Telematik und Informationssysteme (ATI) hat hierzu aus Sicht der Verkehrssteuerung die grundlegenden Prozesse

 

-      der Planung (Netz-/Fahr-/Umlauf-Plan/Disposition)

-      des Betriebes (Fahrzeugbereitstellung, Fahrzeugumlauf, Störungssituation und Fahrzeugabstellung)

 

analysiert und Erweiterungen sowie Informationsbedarfe für eine effiziente Betriebsführung identifiziert. Hierbei wurden insbesondere die betrieblichen Nutzungsfälle der Depot- und der Gelegenheitsladung auf der Strecke betrachtet. Die Nutzungsfälle, Betriebsprozesse und Anforderungen wurden in einer Mindmap hinterlegt. Die Zweige der Mindmap wurden als Strukturierung für die Mitteilung genutzt und sind in den einzelnen Kapiteln als Übersicht zu finden.
Bei den Untersuchungen hat sich immer wieder gezeigt, dass die Verfügbarkeit der Fahrzeug- und Infrastruktur-Daten sowie weitere Daten der Umgebung für alle Prozesse eine wesentliche Rolle spielt. Diese Daten werden dabei von unterschied-lichen Systemen für die Optimierung der ihrer Funktionen genutzt. Eine zentrale Bereitstellung dieser Daten, wie sie in der VDV-Schriftenreihe 435 „Internet of Mobility (IoM)“ beschrieben ist, kann dabei die Einführung und den Betrieb von e-Bussen vereinfachen.
Die VDV-4020 möchte Unternehmen, die bisher mit dieser Materie nicht vertraut waren, eine Unterstützung zur Planung und Durchführung ihrer e-Bus-Verkehre bieten. Hierzu unterstützt sie mit den Prozessbetrachtungen bei der Einführung und der betrieblichen Steuerung von e-Bussen. Durch die Analyse der Abläufe wird aufgezeigt, welche Erweiterungen der IT-Systeme eine betriebliche Optimierung ermöglichen können.

 

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