Ausführliche News

Umgang mit Schülern in Bus und Bahn

Bei dem Wunsch vieler Verkehrsunternehmen, das Thema „Schüler“ in einem Modul zu behandeln, standen wir vor der Frage: Womit beginnen wir? Die Themenpalette ist breit: Sie reicht vom „Schwarzfahrer“ über das Problemfeld „Jugendliche im Umgang mit erwachsenen Fahrgästen“ bis hin zu dem Dauerbrenner „Vandalismus“,  aber auch viele andere Themen, die nicht im Verhaltensbereich liegen, werden beim Stichwort „Schüler“ sofort genannt, man denke nur an den wichtigen Schwerpunkt „Sicherheit“. In Kooperation mit den Kreiswerken Heinsberg haben wir ein Modul (5) entwickelt, das den Fahrerinnen und Fahrern im Rahmen einer innerbetrieblichen Weiterbildung hilfreiche und praktische Tips für den Umgang mit schwierigen Jugendlichen an die Hand gibt.

Wir haben uns entschlossen, mit dem Verhalten Jugendlicher zu beginnen, die dem sogenannten Gruppendruck ausgesetzt sind: Junge Menschen verhalten sich in der Regel unauffällig, wenn sie allein sind. Fahrerinnen und Fahrer beobachten täglich, wie Jungen und Mädchen mit ihrer Schultasche auf dem Schoß alleine zehn Haltestellen lang im Bus sitzen, ohne negativ aufzufallen. Kaum erlebt man sie aber in der Gruppe, kann man schwer nachvollziehen, daß es dieselben Kinder sind, die plötzlich durch Verhaltensweisen auf sich aufmerksam machen, die in leichten Fällen als störend empfunden, in extremen Situationen als kriminell eingestuft werden müssen.

Die Ziele

Zu diesem Thema bringen alle Fahrerinnen und Fahrer Erfahrungen mit ins Seminar, in die Gruppengespräche. Es gilt, diese Erfahrungen mit neuen Erkenntnissen und Einsichten zu verbinden, was mit den folgenden Zielen versucht wird.

Die Teilnehmer/innen

-sammeln und bewerten Verhaltensweisen von Mädchen und Jungen, die ein konfliktfreies Miteinander in Bus und Bahn erschweren.

-Die Fahrer/innen lernen Ursachen für dieses Verhalten besonders aber das Phänomen „Gruppendruck“ kennen und können danach bestimmte Handlungen Jugendlicher besser einschätzen, vielleicht sogar verstehen.

-Sie machen sich mit Kommunikationsformen vertraut, die ihnen den Umgang mit Jugendlichen in diesem Alter erleichtern können.

-Sie optimieren diese Kommunikationsform, indem sie diese in realistischen Spielhandlungen üben.

Der Film

Manche Kritiker fordern: „Die Schüler müssen lernen, wo es lang geht! Es ist übertrieben, ein Modul für diese Halbwüchsigen zu machen. Wenn die nicht spuren, müssen sie eben die Konsequenzen tragen, mit dem Rad oder zu Fuß gehen.“

Dem halten wir entgegen:
Wir mögen es bedauern, daß Schülerinnen und Schüler nicht durch Drohung oder Strafe zu sozialverträglichen Verhalten ermuntert werden können, ändern können wir es nicht. Wenn wir nicht über vertrauensbildende Maßnahmen mit jungen Leuten ins Gespräch kommen, bleiben wir zweiter Sieger.

Für das praktische Handeln gilt:

-Massive Störungen und alle Formen des Vandalismus nicht hinnehmen und gegebenenfalls bestrafen.

-Gespräche suchen, Vertrauen aufbauen, ernst nehmen und verstehen.

Fahrerinnen und Fahrer müssen Vertrauen zu jungen Menschen aufbauen, um ernst genommen zu werden, weil Schüler nur auf der Basis von Vertrauen bereit sind, einen Moment lang zuzuhören. Es ist eine Grundvoraussetzung, um überhaupt ins Gespräch zu kommen. Ohne miteinander zu reden, haben Fahrer/innen aber keine Chance, auf Verhalten einzuwirken, das heißt Verständnis zu wecken, Konsequenzen zu beschreiben, Eskalationen zu verhindern, Sicherheit zu gewährleisten, Fahrgäste vor Übergriffen zu bewahren oder bestimmte Tips überhaupt wirksam werden zu lassen.

Bestellformular für die Module eins bis neun
[ zurück zur Übersicht ]