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Nicht gut Drauf ? -  Auch graue Tage sind zu packen

Jeder kennt sie, diese grauen Tage, an denen nichts klappt und einem alles auf die Nerven geht. Unser Modul (4) „Auch graue Tage sind zu packen“ bietet hier ein strukturiertes Selbsthilfeprogramm an, das es Fahrerinnen und Fahrern erleichtert, gegen schlechte Laune anzugehen. Das zusammen mit dem Patenunternehmen Verkehrsgesellschaft MBH Untermain (VU) aus Frankfurt am Main erarbeitete Fortbildungsmodul geht davon aus, daß es ganz normal ist, manchmal „schlecht drauf“ zu sein. Doch: Schlechte Laune und eine negative „Hormonlage“ belasten die Grundstimmung der Mitarbeiter und trüben die Lust an der Arbeit. Es geht, wie der Titel des Moduls sagt, um „graue Tage“ oder auch nur um „graue Stunden“, die aber für bestimmte Berufsgruppen, wie beispielsweise Piloten, Polizisten oder auch Fahrerinnen und Fahrer im öffentlichen Personennahverkehr von so besonderer Bedeutung sind, daß es notwendig ist, sich dem Phänomen der Lustlosigkeit ernsthaft zu widmen. Es geht im Wesentlichen um drei Aspekte:

1. Der individuelle Aspekt: Schlechte Laune beeinträchtigt das Wohlbefinden der Fahrerin/des Fahrers.
2. Der Serviceaspekt: Schlechte Laune ist eine schlechte Voraussetzung für kundenfreundliches Verhalten.
3. Der Sicherheitsaspekt: Schlechte Laune hat direkten Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit.


Die Ziele

Auf diesem Hintergrund haben wir folgende Ziele formuliert:

Die Teilnehmer/innen

- erkennen, daß negative Stimmungen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, weil in solchen Phasen die Kraft nachläßt, die Konzentration abnimmt und damit die Reaktionsfähigkeit sinkt.

- Ihnen ist auch bewußt, daß sich negative Gedanken und Gefühle auch negativ auf den Umgang mit Fahrgästen auswirken, häufig sogar unbewußt über die Körpersprache.

- Sie erfahren, daß es möglich ist, eine negative Grundstimmung willentlich zu verbessern, daß es dafür aber keine „goldene Regel“ gibt.

- Sie lernen SeMo-Fenster (SeMo = Selbstmotivation) kennen, mit deren Hilfe eine negative Stimmung („ich hab´ einfach keine Lust“) so nachhaltig beeinflußt werden kann, daß sie sich auflöst und Platz schafft für positivere Gefühle.

- Sie machen sich ganz intensiv mit den SeMo-Fenster vertraut, so daß sie diese jederzeit aus dem Gedächtnis abrufen und prüfen können, welches Fenster für den Augenblick besonders geeignet ist, um Anreize zu schaffen und die Motivation zu erhöhen.


Was sind denn eigentlich  SeMo-Fenster ?

Leider können wir nicht zaubern und Stimmungen gehorchen nicht „auf Knopfdruck“. Daher haben wir einige Tips zusammengetragen, die sich in der Praxis bewährt und vielen geholfen haben, graue Stunden oder Tage besser in den Griff zu bekommen. Es sind sieben Anregungen mit einer gemeinsamen Überschrift: Selbstmotivation – SeMo eben.


Der Begriff umschreibt die Fähigkeit,

· sich selbst Anreize zu schaffen,
· gute Gefühle zu erzeugen oder wieder zu beleben,
· vernünftiges Nachdenken in Gang zu setzen,

um die negativen Stimmungen aufzuweichen und sie in eine positive, zumindest aber neutrale umzuwandeln.


Wir haben ein Bild gesucht, um uns die sieben Tips plastischer vorzustellen und einprägen zu können. Wir haben das Fenster gewählt. Fenster kann man öffnen, sich hinauslehnen, hinaussehen, etwas entdecken, man kann Fenster auch wieder schließen, ein anderes öffnen usw. So entstanden die Selbstmotivations-Fenster, kurz SeMo-Fenster: Erinnerungen wachrufen, Gedanken und Gefühle relativieren, sich etwas gönnen, andere Sichtweisen zulassen, sich Phantasien erlauben, sich auf etwas freuen, Feedback einholen. Jedes der sieben SeMo-Fenster beschreibt also einen Tipp, um aus einem Launenloch herauszukrabbeln und die schlechten Stimmungen zu besiegen.


Der Film

Im ersten Teil des Films werden diese sieben SeMo-Fenster vorgestellt und in „Kopf und Bauch“ der Teilnehmer/innen „angedockt“. Es folgen sieben Kurzszenen, in denen jedes SeMo-Fenster in einer kleinen Spielhandlung beschrieben wird. Die Teilnehmer/innen ordnen in Partnerarbeit die einzelnen Szenen den SeMo-Fenstern zu. Dazu stehen Arbeitsblätter zur Verfügung, auf denen die sieben Fenster aus dem Film (hoher Wiedererkennungswert!) abgedruckt sind. Die Teilnehmer/innen erhalten ebenfalls Arbeitsblätter mit typischen Bildern aus den jeweiligen Szenen und ordnen in Partnerarbeit die Szenen den SeMo-Fenstern zu. Die Ergebnisse werden dann im Plenum vorgestellt. Die Memos für zu Hause enthalten wieder die Bilder aus dem Film. Auch dies trägt zur notwendigen Verinnerlichung der SeMo-Fenster bei.

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